24-Stunden-Rennen in Wegberg (03.-04.05.2003)

Der große Preis vom Grenzlandring

Eigentlich sind wir nur ganz kurzfristig und nichtsahnend zum 3-Stunden-Rennen am 26.04.03 nach Wegberg gekommen.
Es sollte nur ein kleines Training für das no-limit-race werden.

Beim anschließenden Bierchen hat es Stefan Böhmer aber tatsächlich geschafft, Achim den Mund wässrig zu machen, so dass er ernsthaft überlegte, das 24er mit zu fahren.

Schließlich meldeten die-Drifters.de wirklich ein Team an. War zwar nur ein "echter Drifter" und zwei befreundete Rookies aus Hilden (Christian und Klaus) dabei, aber trotzdem starteten wir unter die-Drifters.de. Verstärkung bekamen wir von Patrick, der immer mal bei diversen Rennen zu Besuch war und mit uns fahren wollte, aber geklappt hatte es bisher vorher nicht. Der 5. Pilot (Dirk) kam aus dem 2. Team von Wegberg, das mangels Fahrer kurzfristig auseinander brach.

Somit waren wir komplett und wollten das Rennen weniger über Leistung als über Strategie bestreiten. Insgeheim hofften wir auf ein Treppchenplatz, zumal von den 9 angekündigten Teams leider nur 7 gekommen sind.

Die Rennvorbereitung und die Strategie schien zumindest unsererseits ganz gut.

Aber auch die Bahn in Wegberg hatte ihre Hausaufgaben gemacht! Zwar war kein externer Rennleiter zugegen, aber die Versprechungen und Ankündigungen, die Stefan Böhmer als Rennleiter gemacht hat, schienen sich zu bewahrheiten.

Zwar war Achim spontan im Laufe des Rennens nicht immer einverstanden mit dem was passierte, aber nach einem klärenden Gespräch war der Ärger über die Entscheidung schnell verraucht. :-)

Im Freien Training machten wir eine recht gute Figur. Sicherlich auch ein Ergebnis der harten Arbeit von Christian beim Auslosen der Karts *grins*

Auch das Quali lief ganz gut. Patrick fuhr uns gnadenlos auf Platz 1 und sollte "zur Belohnung" auch den Start fahren. Hofften wir dabei, dass er uns einen Vorsprung vor den schnellen Tigers rausfahren sollte.

Hier das Ergebnis vom Quali:

Pos. Nr. Team Best
1 11 die-Drifters.de 38.960
2 16 Raceworld Tigers 39.110
3 1 Eastkart 39.280
4 15 Westfriesen 39.550
5 13 Roadrunner 39.750
6 10 Laps Kartcenter 40.090
7 2 United Kartists 41.480

Unsere Strategie war ganz einfach: fahren, fahren, fahren. Ach ja und hin und wieder mal ein Wechsel. 
Komischerweise fragte uns der nette Herr an der Waage dauernd, ob das stimmt, dass unser Zettel noch so leer sei. Nur weil die anderen Teams dauernd gewechselt haben.
Nun das war ja gerade unsere Strategie! Die anderen Teams wechselten regelmäßig und unser Team fuhr lieber am Stück. Okay, manch ein Fahrer musste abwägen, ob er lieber die zu erwartenden Schläge vom Teamchef einkassieren sollte oder sich doch lieber noch etwas im Kart quälen sollte *grins*, aber schließlich haben fast alle Fahrer ihr selbst gestecktes Ziel erreicht. Lediglich unser zweiter Teamchef musste seine Kräfte dann doch noch für die Teamchefarbeit aufheben, statt sie in 2 Turns zu verbraten!

Aber Momos gibt es ja überall in der Welt! Dafür sind diese Momos als Teamchef unersetzlich, gell, lieber Klaus!!

Wir fuhren also von der Pool und Patrick fuhr einen sauberen Vorsprung heraus. Anschließend sollte nun Dirk die Führung halten, um für Christian eine gute Ausgangsposition zu schaffen, was auch gelang. Der kurze Turn von Dirk wurde wieder von Christian kompensiert, der ca. 2,5 Stunden fuhr. Nun sollte Klaus zeigen, was Masse ist! "3" oder die magische "2" ?!?!
Klaus entschied ich für die sichere rückenschonende 3, was ihn ein Bier kostete (auf Schläge wurde bei ihm verzichten, immerhin ist er über 190 cm groß!! ).

Dirk musste nun seine zweite Schicht einlegen, damit wir nach dem Anschlussturn die Halbzeit in jeder Hinsicht erreicht haben. Dann sollte Achim seinen ersten Turn fahren und diesen nach ca. 12 Stunden Rennzeit abschließen. Da wir dann immer noch mit 4 Runden Vorsprung auf Platz 1 lagen, waren wir guter Dinge, dass Rennen mit einem Treppchenplatz zu beenden.

Die Tigers ließen aber nie richtig locker. Immer wieder kamen Sie in unsere Nähe oder überholten uns gar auch gelegentlich für kurze Zeit. Allerdings spielten uns und den Tigers auch immer wieder technische Defekte ihre Streiche.
Besonders bitter, da der Kartrücktausch auch immer wieder eine zusätzliche Standzeit von 40 Sekunden verursachte.

Zeitstrafen kassierten wir nur zwei: Dirk konnte sein Kart nicht mehr vor der Linie zum Stehen bringen und Patrick war nach einem Bergungsunfall bei Gelblicht zu schnell. Die Tigers waren da schon schlechter dran!

Erstaunlich war allerdings die Konstanz, mit der die Westfriesen ihr Kart bewegten! Höchst selten waren sie in der Reparaturbox zu sehen! Sicherlich auch ein Faktor für Ihr gutes Abschneiden!

Inzwischen hatten die anderen Teams auch erkannt, welche Karts erstrebenswert waren und von welchen man besser die Finger lässt. Ein Faktor von dem die-Drifters.de schon lange profitierten, da sehr genau über jeden Wechsel Buch geführt wurde und die guten Karts längst identifiziert waren. Somit war das Fahrvergnügen einerseits und die Platzierung andererseits in den ersten Stunden gut zu erklären. Jetzt wo die anderen Teams ebenfalls ein Äuglein auf die guten Karts geworfen haben, war das Fischen deutlich schwieriger geworden!!

Trotzdem gelang es den beiden Teamchefs von die-Drifters.de immer wieder, die Brenner zu ergattern. Insbesondere Klaus hatte ein "Händchen" dafür, Achim in den letzten 2,5 Stunden die Brenner zu besorgen.

Sensationell war allerdings noch der letzte Turn!
Der erste Platz schien ungefährdet an die-Drifters.de zu gehen. Die Tigers lagen auf Platz 2 und hatten ca. 2 Runden Vorsprung vor den Westfriesen. Andre Böhmer fuhr für die Tigers und hatte nicht das schnellste Kart, denn Achim konnte ihn in diesem Turn sogar überholen. Trotzdem schien es, als könnten sie den 2. Platz halten. Doch dann passierte es!

Selten aber doch schlug mal der Defekt bei den Westfriesen zu. Da aber alle für das Rennen vorgesehenen Kart entweder auf der Strecke oder in der Werkstatt waren, musste beim Defekt der Westfriesen ein weiteres Kart her. Das gelbe Ersatzkart, das bisher im Rennen nie eingesetzt wurde kam auf die Strecke. Dieses gelbe Horrorteil war allerdings ein Feuerstuhl, mit dem Manfred von den Westfriesen anschließend auch den Bahrekord fuhr. Schade dass das Kart nicht mehr gewechselt wurde! Das Kart war so schnell, dass die Westfriesen innerhalb einer Stunde 3 x die Führenden überholte. Somit kämpften die Tigers mit stumpfen Waffen gegen einen übermächtigen Verfolger und mussten sich schließlich geschlagen geben! So ließen sie auch die Westfriesen passieren und mussten sich mit dem 3. Platz auf der Heimatbahn zufrieden geben.

Bemerkenswert war die Leistung des Promiteams United Kartists um Paul Dravenau. Ein Team ohne nennenswerte Karterfahrung aber mit viel Freude und Fairness auf und neben der Strecke. Außerdem mit viel Biss und Durchhaltevermögen! Schließlich sollte jede gefahrene Runde mit 10 Cent für einen wohltätigen Zweck belohnt werden!

Enttäuschend, aber berechtig war das schlechte Abschneiden von Eastkart. Waren doch einige Fahrer der Meinung, nicht weiter fahren zu wollen/müssen, da das Team keine Chance auf einen Sieg hatte und fuhren vorzeitig nach Belgien zurück. Eine solche Haltung und Handlungsweise ist nicht nur für die Fahrerkollegen und die Teamchefs ein "Schlag ins Gesicht", sondern auch besonders unsportlich. Hoffentlich lernen diese jungen Fahrer das auch noch, auch wenn sie dafür nicht bestraft wurden!!

Hier das Rennergebnis:

Pos. Nr. Team Rd. Best
1 16 die-Drifters.de 2190 37.64
2 9 Westfriesen 2180 37.02
3 11 Raceworld Tigers 2178 37.28
4 1 Eastkart 2163 37.39
5 13 Roadrunner 2162 37.78
6 10 Laps Kartcenter 2143 37.85
7 2 United Kartists 2113 38.24

 

Während der Siegerehrung konnte die Kollekte für die Einrichtung ... (Name wird nachgeliefert) noch weiter erhöht werden, da sich zahlreiche Spender fanden.

Für die-Drifters.de war es der erste Sieg eines 24-Std-Rennens, über den wir uns sehr freuten, da es schließlich nicht nur ein starkes Heimteam zu besiegen galt!

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