no limit 2003 in Weihenzell am 08.-09.08.2003

Nachdem das Rennen am zuerst angesetzten Termin (23.05.2003) abgesagt wurde, musste ein neuer Termin her. Dieser war schnell gefunden: am 08.08.2003 sollten die verrücktesten Kartfahrer Europas an den Start gehen, um festzustellen, wer am Längsten durchhält, denn bei dieser Veranstaltung war nicht Schnelligkeit, sondern Ausdauer gefragt!

Zum Reglement:

Jeder Fahrer muss binnen 30 Minuten 46 Runden absolvieren. Nach 30 Minuten wird neu begonnen zu zählen. Rundengutschriften können somit nicht erfahren werden, da alle 30 Minuten der aktuelle Rundenstand ausgedruckt wird.
Mehr gab es nicht zu beachten. Alle 2 Stunden werden die Gasflaschen gewechselt. Die Standzeit beträgt dabei 3 Minuten. Zum Ausgleich müssen in dem Tankturn 5 Runden weniger gefahren werden.

Es gab also nicht viel zu beachten. Jeder Fahrer musste also nur durchhalten und seine 46 Runden in jeder halben Stunden runterschrubben.

Unter den 12 Fahrern waren für uns nur 4 unbekannte Gesichter, da wir ja alleine schon mit 4 Drifters angereist waren. Neben Kai, Benny und Klaus war uns Wolfgang auch bekannt. Lediglich die drei Fahrer des Vorjahresrennens auf den Plätzen 1 (Richard Lutz), 2 (Jürgen Schmitt) und 11 (Frank Günther) kannten wir ebenso wie Angelo Castro nicht.
Allerdings wussten wir daher umso besser, welch harte Konkurrenz dabei war, ohne dabei die >no-limit-race-Erfahrenen< zu unterschätzen!!


oben: v.l.n.r. Benny, Klaus, Oliwer, Klaus Gerlach, Richard Lutz, Frank Günther, Jürgen Schmitt, Kai, 2x Rennleitung
unten: v.l.n.r. Esther, Achim, Wolfgang, Angelo, Hannes

"Richie" Richard Lutz wollte seinen dritten Sieg in Folge einfahren. Jürgen Schmitt wollte diesmal auf Platz 1 fahren. Klar dass Kai auch gewinnen wollte. Bei den Drifters wollte keiner vor dem anderen aufhören und Benny wollte den Drifters zeigen, was er für ein harter Bursche ist. Wolfgang war bestens vorbereitet und wollte wieder ganz oben mitmischen. Lediglich von Angelo und Frank hatten wir kein Ziel erfahren, aber ob die nur zum Spaß da waren?! *lach*

Jeder hatte sicherlich seine eigene Form der Vorbereitung hinter sich. Auch direkt vor dem Rennen waren die letzten Aktionen unterschiedlich: während sich die einen mit Ölen und muskelentspannenden Mitteln einrieben, kamen andere zu spät und ließen die anderen warten. Neulinge wie Oliwer, Esther und Achim hingegen fuhren noch einmal 15 Minuten auf der Strecke, die sie ja noch gar nicht kannten.

Wir waren mit unserem Betreuer Klaus von den Rookies Hilden angereist, der uns schon mehr als ans Herz gewachsen ist. Seine Standfestigkeit am Streckenrand und seine Leistungen als Teamchef waren uns bestens bekannt und wir wussten, dass er uns bestimmt zum Sieg verhelfen würde! Louis sollte später noch dazu kommen, damit auch ja nichts schief gehen kann. So hatten wir drei (Esther, Oliwer und Achim) unsere beiden Betreuer. 

Kai und Hannes wurden von Dirk Fonger und Günter Zander betreut.

Dann kam endlich die Kartauslosung. Von der 13 wussten wir schon, dass sie schwer zu lenken war! Die 12 fuhr super und war schnell und die 5 war wohl auch ganz gut. Somit hoffte jeder von uns, dass er nicht die 13 bekam. Und so sollte es kommen. Den armen Wolfgang sollte es erwischen und es war bestimmt auch ein Faktor für sein frühes Ausscheiden...

Benny hat die Kopfschmerzen nicht mehr ertragen, die teilweise echt heftig im Spiel waren - ein Problem, mit dem wir alle, auch die Betreuer zu kämpfen hatten!!

Über die Strategien soll hier aber nicht zu viel verraten werden, da wir ja nicht wissen, ob die Konkurrenz hier vielleicht auch liest?!!? *lach*

Allerdings war zu bemerken, dass einige Fahrer mit Wahnsinnszeiten über die Piste bretterten, während Achim eine ruhige Kugel schob! Es schien, als würde er keine Runde mehr fahren, als es sein musste. Er trödelte über die Piste und machte eine Pause nach der anderen. Ob das wohl gut ging?

Nun, erste Erfolge stellten sich rasch ein, wenn man das Ausscheiden eines Fahrers als Erfolg werten darf.

Als erster musste Frank Günther die Waffen strecken (2:46). Er schaffte dabei noch nicht einmal die Zeiten des Vorjahres. Ob die Außentemperaturen im zu sehr zu schaffen machten?! Immerhin war es draußen über 35 Grad warm!!

Nach 4 Stunden schied der nächste aus. Somit tauchte Achim auch endlich auf der Anzeigetafel auf, die nur 10 Fahrer anzeigen konnte.

Danach ging es fast Schlag auf Schlag: 45 Minuten später wurde das Kart Nr. 9 abgestellt! Zuerst freuten wir uns, bis uns klar wurde, dass es Benny war! Klar freuten wir uns, dass ein weiterer Gegner weg war, aber Benny jetzt schon draußen! Hmm, das tat schon ein bisschen weh!

Eine viertel Stunde später erwischte es Wolfgang. Ein für uns nicht überraschendes frühes Ausscheiden, da das Kart schwer zu lenken war und Wolfgang in den letzten Runden recht unrund und langsam fuhr...

Weitere 15 Minuten später sollte Jürgen Schmitt den Kreis der Durchgeknallten verlassen. Somit war der Vorjahreszweite aus dem Rennen. Immerhin hatte er im Vorjahr 11 Stunden durchgehalten!!

Nun tat sich eine Weile gar nichts. Alle fuhren im Kreis und fuhren und fuhren...

Es waren jetzt noch die 4 Drifters, Kai, Klaus und Richie, der bisherige Gewinner dabei.

Zu unser aller Überraschung wurde aber tatsächlich nach 7:37 Stunden ein weiteres Kart geparkt. Die Nummer 6 von Richi! Unglaublich aber war. Wir hörten nachher, dass er Rückenprobleme hatte.

Somit waren nur noch die 4 Drifters Esther, Hannes, Oliwer und Achim sowie Kai und Klaus im Rennen. Inzwischen fuhren fast alle nur noch 34er und 35er Zeiten. Lediglich Oliwer ließ es gemütlich angehen und drehte seine Runden ca. 2 Sekunden langsamer.

Jetzt waren fast nur noch Fahrer im Rennen, die sich alle gut kannten. Lediglich Klaus wussten wir nicht so recht einzuschätzen! Aber der schien recht fit zu sein!!

Nun ging es Stunde für Stunde weiter, ohne nennenswerte Veränderungen. Unsere Betreuer versorgten uns prächtig und Louis hatte uns sogar zwischenzeitlich eine Nackenstütze gebastelt! Achim trug sie auch unmittelbar nach der Fertigstellung, aber Esther war sie zu dick. Erst nachdem sie halbiert wurde, war sie für Esther o.k.

Für die Zuschauer und die Betreuer wurde es nun ein bemerkenswertes Rennen, denn Stunde um Stunde fuhren alle verbliebenen sechs Fahrer weiter. Die ganze Nacht hindurch. Ständig wurde geschaut, ob nicht doch ein Fahrer aussteigen würde. Die Morgendämmerung brach herein! Das Schlimmste war für die Fahrer geschafft! Und keiner von diesen Irren wollte das Rennen beenden!

Der Tag brach herein. Immer wieder wurde geschaut, welcher Fahrer wohl als nächstes schlapp machen würde. Bei Kai zeigten sich einige Ermüdungserscheinungen. Er hatte keine rechte Lust mehr weiter zu fahren und offenbar zollten die wahnsinnigen Rundenzeiten von Kai inzwischen ihren Tribut, denn seine Körperhaltung sprach für sich.
Er stieg immer häufiger aus dem Kart. Immer wieder wurde Kai von seinem Vater wieder bewegt, doch noch einmal in das Kart zu steigen und er hielt durch.

Hannes schien auch nicht mehr der der frischeste zu sein, aber auch er fuhr noch immer weiter und legte gute Zeiten hin.

Dann sickerte langsam die Meldung durch, dass nicht mehr genug Gas da war, da niemand damit rechnete, dass so viele Fahrer so lange durchhalten würden. Bei der Umfüllstation war etwas defekt, so dass keine Flaschen mehr nachgefüllt werden konnten.

Bevor nun weitere Maßnahmen eingeleitet oder diskutiert wurden, gab tatsächlich ein Fahrer auf! Hannes wollte nach einer Besprechung mit seinem Betreuer Günter Zander nach 13:12 Stunden nicht mehr weiter fahren. Ihm war wohl ebenfalls klar geworden, dass nun keiner der Verrückten das Handtuch werfen würde und er beendet das Rennen.

Wenig später, also nach 13:40 Stunden wurde diskutiert, das Rennen wegen Gasmangels abzubrechen. Für 2 Stunden sollten die Flaschen noch reichen. Da aber absehbar war, dass wahrscheinlich alle verbliebenen Fahrer selbst diese 2 Stunden locker weiter fahren würden, war das Problem damit nur aufgeschoben.

So trafen der Veranstalter, die Betreuer und die Fahrer gemeinsam die Entscheidung, dass alle noch im Rennen verbliebenen Fahrer zum gemeinsamen Sieger erklärt werden sollen. Ein wohl eher ungewöhnlicher Ausgang aber sicherlich auch angemessen. Dabei sollte die gefahrene Rundenzahl keine Rolle spielen, denn es ging um die Fahrzeit und nicht um die Rundenzahl!


Klaus (8), Kai (11), Oliwer (3), Esther (12) und Achim (5)

So kam es, dass das Rennen daher 5 Sieger hatte. Nämlich Klaus, Kai, Oliwer, Esther und Achim. Hannes wurde aufgrund des Einwandes von Günter Zander nachträglich auch zum Sieger deklariert, da er ihn zum Aufhören animiert hatte. Daher gibt es im Nachhinein insgesamt 6 Sieger.

Hier die Fahrtzeiten:

Pos. Nr. Name Gesamtzeit Runden Schnellste  
1 8 Klaus Eberle 14:00 1372 33,63  
1 11 Kai-Erik Fonger 14:00 1356 33,46  
1 3 Oliwer Wrabl 14:00 1333 34,25  
1 12 Esther Oppen 14:00 1329 33,83  
1 5 Achim Brand 14:00 1295 33,88  
1 4 Hannes Mathes 13:12 1281 33,98 nachträglich auf Platz 1 gesetzt
7 6 Richard Lutz 07:37 759 33,69 2001+2002: 1. Platz (11:06)
8 1 Juergen Schmitt 05:21 530 33,97 2002: 2. Platz (11:00h)
9 13 Wolfgang Schneider 05:05 482 34,89 2002: 4. Platz (10:43h)
10 9 Benjamin Bott 04:47 479 33,65  
11 2 Angelo Castro 04:02 391 34,24  
12 7 Frank Guenther 02:46 262 35,18 2002: 11. Platz (3:33h)

Zum Abschluss danken wir ganz herzlich unseren Helfern Klaus und Louis, die durch ihre Betreuung und die motivierenden Worte einen ganz gewaltigen, wenn nicht sogar den wichtigsten Teil zu unserem Erfolg beigetragen haben! Eigentlich gehört ihr ebenfalls aufs Siegertreppchen!!

Auch an der Verpflegung hat es nicht gemangelt: viele reife Bananen, Getränke, Traubenzucker, Riegel, Schnittchen... Vielen Dank dafür!!

Die Rennleitung hat Ihre Aufgabe auch fehlerfrei erfüllt, wenngleich ein no-limit-race eigentlich auch ohne zeitliche Grenzen fahrbar sein sollte! Passt also auf, dass ihr nächstes Jahr genug Gas vorbereitet, denn wer weiß, wie viele Verrückte dann vorbei kommen und dann werden wir nicht mehr bei 14 Stunden aufhören wollen!! ;-)
Immerhin wollen wir dann in das Guinessbuch der Rekorde fahren!!

Ob das eine Drohung war? Nein eine Ankündigung, vorausgesetzt das Startgeld bleibt in einem moderaten Rahmen!!

Bis dann, wir sehen uns beim >no-limit-2004< !!